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Meine Ansicht über den Verzehr von Weizen…und ein Rezept für einen Hefezopf

Wer mich kennt, der weiss es genau…’Konsequenz‘ ist mein 2.Vorname und so verhalte ich mich auch bezüglich ‚weizenfreier Küche‘. Der Grund dafür? Die täglich steigende Anzahl von glücklich gesundenden ‚Schützlingen‘ meiner 21-Tage armonia Entgiftungskur. Mittlerweile steht mit mir gemeinsam ein stetig wachsendes Team mit Rat und Tat parat, um allen Fragen bezüglich Entgiftung, Ernährungsumstellung, Unverträglichkeiten, etc gerecht zu werden und ich bin total stolz auf jedes einzelne Teammitglied.

Entgegen der Behauptung, der Hype um Weizen sei nur eine Modeerscheinung, steht die Tatsache, dass unser heute verarbeitetes Weizen leider nichts mehr mit dem zu tun, was unsere Grosseltern und Urgrosseltern verwendet haben. Der heutige Weizen, nicht ohne Grund auch ‚gesundheitsschädigender Dickmacher‘ genannt, spielt nicht nur für diejenigen, die an einer handfesten Zölialkie leiden, eine Rolle, sondern auch bei all denjenigen, die sich mit Diabetes, Haut- und Haarproblemen, Stoffwechselstörungen, Verdauungsproblemen, Gelenkschmerzen, Migräne, Ödemen an Armen und Beinen, sogar Schwierigkeiten bezüglich Herz und Hirn plagen; bei Kindern liegt die Ursache vieler Verhaltensauffälligkeiten zum Beispiel im Verzehr von Weizen.

Wenn Weizen also dick und krank macht, was fehlt uns dann noch an Gründen, Weizen gänzlich von unserem Speiseplan zu streichen? Die fehlende Vielfalt anderer Zutaten, um geschmackvolle Speisen zu zaubern kann es ganz sicher nicht sein. Im Gegenteil…viele Superfoods kommen überhaupt endlich erst zum Einsatz, wenn wir uns dem ungesunden Getreide mal ganz abwenden.

Damit meine ich nicht, das helle Brötchen beim Bäcker durch ein dunkleres zu ersetzen. Wusstet Ihr, dass ein Roggenbrötchen sich als Roggenbrötchen verkaufen lassen darf, wenn es gerade mal zu 21% aus Roggenmehl besteht? Was ist mit den restlichen 79%? Genau, Weizen. Kein Bäcker schreibt auf das kleine Schildchen ‚Weizenbrötchen, getarnt als Roggenbrötchen‘. Dabei wäre das sehr zutreffend. Auf genaue Nachfrage erhaltet ihr immerhin bei den meisten Bäckereien genau diese Information.

Viel mehr, als auch alle fertigen Teigwaren aus dem Supermarkt zu meiden, meine ich aber, auch alle versteckten Weizenquellen zu meiden…Sojasauce, Teriyakisauce, Gewürz- und Backmischungen, Salatdressing, Fertigprodukte mit modifizierter Stärke, Emulgatoren, Farbstoffe, verarbeitete Joghurtprodukte, Süssigkeiten, Fleisch- und Wurstwaren, Müslimischungen, aromatisierter Kaffee/Tee, Hüttenkäse, Gorgonzola, Saucen, Ketchup, Senf, Brühe, Bouillon…die Liste ist unendlich lang. Ein nicht unbekannter Buchautor behauptet, im Supermarkt gäbe es genau 2 Gänge, in denen wir weizenfreie Produkte finden. Das sind die Gänge mit dem Toilettenpapier und den Waschmitteln. Ganz Unrecht hat er tatsächlich nicht. Das fällt euch genau dann auf, wenn ihr mal aufmerksam die Inhaltsstoffe auf den Produkten durchlest. Jahrelang haben wir alle nur auf Fett und Zucker geschaut und dabei übersehen, dass es etwas mehr zu beachten gibt.

Ein sicheres Zeichen, dass etwas Weizenfrei ist, ist die kleine durchgestrichene Ähre auf einem Produkt, welches ihr kaufen wollt. Dies bedeutet ‚glutenfrei‘. Ein glutenfreies Produkt, ist garantiert weizenfrei. Aufmerksamen Einkäufern wird dieses kleine Symbol bereits aufgefallen sein, denn es findet sich immer öfter. Nicht etwa, weil alle Menschen plötzlich an Zölilkie erkranken und damit nicht nur Weizen, sondern auch Gluten (Klebereiweiss) gänzlich meiden müssen, sondern aus genau dem Grunde, dass viele bereits die Erfahrung gemacht haben, wie gut es ihnen geht, wenn sie mehr und mehr auf den Verursacher ekliger Verklebungen an ihren Darmwänden verzichten. Zugegeben, meistens sind es Menschen, die sich bereits länger mit gesunder Ernährung, Mineralien und Vitaminen auseinander setzen. Aber auch an alle anderen die Frage: wie soll eine vollkommen verkleisterte Darmwand eigentlich gesunde Nährstoffe aufnehmen? Das ist schier unmöglich.

Durch all die Erfahrungen an mir, meiner lieben Familie und all denen, die sich mir anvertraut haben, bin ich felsenfest überzeugt. Das hat zur Folge, dass unsere Küche mittlerweile nicht nur komplett Weizen- sondern nahezu auch komplett glutenfrei ist. Das bisschen Gluten, das wir vertragen können, bekommen wir ganz sicher durch Essen, welches wir nicht selbst zubereiten. Gluten in wirklich kleinen Mengen richtet keinen grossen Schaden an, so lange man nicht an Zölialkie leidet. Somit sind alle Vollkornprodukte, zum Beispiel aus Dinkel- Roggen- Gerste oder Grünkern nicht gleich ungesund, aber glutenhaltig. Und wenn wir unser Frühstücksbrötchen zwar aus Vollkornmehl herstellen, Mittags lieber die Vollkornnudeln wählen und Abends das selbstgebackene Vollkornbrot auftischen, dann nehmen wir (abgesehen von den ganzen unbewussten weizenhaltigen Nahrungsmitteln, die wir auf unser Brötchen, in die Nudeln, auf unser Brot legen oder tatsächlich auch nur als Getränk zu uns nehmen) täglich verdammt viel Gluten zu uns. Und das nicht mal bewusst.

Wieviele Menschen gehen Mittags ausser Haus etwas essen? Niemand hat die Kontrolle darüber, welche Zutaten verwendet werden. Es sei denn, ihr esst irgendwo, wo ihr einen Einblick in die Zutaten erhaltet. Viele Restaurants händigen gerade neue Speisekarten aus, in denen fein säuberlich alle Zusatzstoff, bzw Allergene aufgelistet sind. Schade nur, dass sie damit nicht auch gleich mindestens die Hälfte ihrer Speisen austauschen. Auf einer Speisekarte dürfen viel mehr Gerichte Platz finden, die nicht mit ‚Weizen‘ ausgewiesen sind. Leider gibt es zahlreiche Restaurants und darunter auch sehr hochpreisige, die ein einziges bis gar kein Gericht auf der Karte haben, welches keinen Weizen beinhaltet. Schade, denn spätestens bei der Bezifferung der Speisekarte bezüglich Allergene/Zusatzstoffe, dürfte es Restaurantinhabern doch auffallen. Ein Schild am Eingang des Restaurants mit der Aufschrift ‚bei uns ist leider kein weizenfreier Verzehr möglich‘ würde hier Sinn machen und vielen Menschen die Restaurantwahl erleichtern. Einige Städte, die ich in letzter Zeit besuchen durfte, halten das bereits ganz anders. Auch in unserem diesjährigen Skiurlaub ist es uns gelungen, uns 1 Woche komplett Weizen/Glutenfrei zu ernähren. Egal, ob in den Hütten auf der Piste oder im Hotelrestaurant…sie waren alle bestens ausgestattet. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an die Küche in unserem Hotel in Serfaus. Kein Verzicht auf gesunde Ernährung nur, weil wir nicht Zuhause alles selbst gekocht und gebacken haben. Wir haben unseren Urlaub also doppelt genossen.

Ihr werdet immer öfter nicht nur weizenfreie, sondern gänzlich glutenfreie Rezepte auf meinem Blog finden. Nicht, weil ihr alle nie wieder Gluten essen dürft (ausgenommen natürlich derjenigen, die unter Zöliakie leiden), sondern weil Gluten bitte nicht Inhalt unserer Grundnahrungsmittel sein sollte.

Hier in Bremen ist die Möglichkeit, weizen- und glutenfrei einzukaufen sehr viel grösser, als unter gleicher Voraussetzung Essen zu gehen. Neben dem Findorffmarkt, kaufen wir mittlerweile beinahe ausschliesslich in diesem Kaufhaus und diesen Biosupermärkten mit grosser Freude ein, weil das Angebot beachtlich wächst und die Mitarbeiter engagiert Hilfestellung leisten, wenn ihr auf der Suche nach speziellen Zutaten seid.

Online macht es uns grosse Freude, beispielsweise hier oder hier oder hier zu kaufen.

Wenn euch am Wochenende neben selbst gebackenen Frühstücksbrötchen der Sinn nach einem Hefezopf steht, dann habe ich heute ein köstliches Zopf-Rezept, mit dem auch unser glutenfreies Osterfest gerettet war.

Hefezopf mit Schokofüllung (glutenfrei)

500 g glutenfreie Mehlmischung (z.B. Schär, Bauckhof)
1 Eiweiss, steif geschlagen (Alternativ: 1 TL Xanthan o.a. Gluten-Ersatzstoff)
250 ml Milch
1 Päckchen Trockenhefe
50 g weiche Butter
1 Ei, Grösse L
50 g Mascobado
½ TL Kardamom
6 EL Schoko- oder Nusscreme (glutenfrei)

nach dem Backen
1 Ei, verquirlt
Feigenmarmelade (glutenfrei)
gehackte Mandeln

Die Milch leicht erwärmen und Hefe und 1 EL des Mascobados einrühren und ca 10min ruhen lassen.
Den restlichen Mascobado zur Mehlmischung geben, das geschlagene Eiweiss (oder euren Gluten-Ersatz), Kardamom, Ei und die weiche Butter hinzugeben und anschliessend die die Hefemilch dazu gießen. In einer grossen Rührschüssel alles gut miteinander verkneten und die Schüssel mit Folie und einem Küchentuch abgedeckt an einem warmen Ort ca. 50min gehen lassen.
Den Teig anschliessend mit den Händen nochmals gut durchkneten und in drei gleich grosse Teile teilen. Diese Teile zu langen Strängen ausrollen, sie mit Nusscreme bestreichen und längs einrollen.

Die drei gefüllten, eingerollten Stränge drückt ihr oben zusammen, flechtet euren Zopf und unten führt ihr die Stränge wieder zusammen.

Nun legt euren Zopf mit Backpapier auf ein Backblech und streicht ihn mit einem verquirlten Ei ein. Schiebt ihn bei 180°C in den Ofen und freut euch darauf, ihn ca. 30min später goldbraun heraus zu holen. Direkt mit Feigenmarmelade bestreichen, mit gehackten Mandeln bestreut und direkt geniessen….köstlich.

Hefezopf_glutenfrei3

Ich freue mich auf eure Feedbacks und eigene Erfahrungen und wünsche euch allen ein fröhliches Wochenende mit viel Sonne und steigenden Temperaturen,

eure Nicole

 

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