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Milch…wer hätte das gedacht?

Milch ist das Lebensmittel, welchem ich in den vergangenen 1,5 Jahren mitunter die grösste Aufmerksamkeit geschenkt habe. Ich trage euch heute sowohl ein paar Fakten ihrer Verarbeitung und der Verdauung im Körper, als auch ein paar Ersatzmöglichkeiten zusammen.

Im Zuge der Stoffwechselkur habe ich für eine gewisse Zeit ganz und gar auf alle Milchprodukte verzichtet. Die ersten Tage waren schwer, nicht nur Süssigkeiten und Kohlenhydrate, sondern vor allem mein Milchkaffee am Morgen fehlte mir irrsinnig. Diese Sehnsucht stellte sich jedoch relativ schnell ein. Ich reduzierte meinen täglichen Kaffeekonsum von mehreren Milchkaffees pro Tag auf 1-2 Tassen Kaffee täglich, was zur Folge hatte, dass ich deutlich mehr Wasser und Tee trank. Ich nahm mir vor, diese Veränderung auch nach der Kur beizubehalten und stellte eher schleichend fest, dass mir der Milchkaffee, den ich mir nun nur noch ausnahmsweise ‚gönnte‘, immer weniger gut bekam. Kleinere Mengen waren nicht das Problem, aber ein grosser Milchkaffee oder eine Chai Latte sorgten dafür, dass mir nach dem Verzehr hundeelend wurde. Da Milcheiweiss generell den Fettstoffwechsel schwächt und ich meinen Stoffwechsel ja gerade auf ein Optimum kuriert hatte, schaute ich mich nach Alternativen zur gewohnten Kuhmilch um. Ich begann den Anteil Milch in allen möglichen Rezepten zu ersetzen…durch Schafsmilch, Dinkelmilch, Mandelmilch…mir war gar nicht bewusst, wie viele Alternativen zur gewohnten Kuhmilch vorhanden sind.

Sahne in Saucen ersetze ich heute durch griechischen Joghurt und sogar die Hälfte der angegebenen Butter-Menge in Backwarenrezepten lässt sich spielend durch Griechischen Joghurt ersetzen. Schade, dass ich jetzt die Blicke derjenigen nicht sehen kann, die sich als Gast über leckeres Essen in unserem Hause freuen und nicht mal ahnen würden, dass ich Milch und Butter meistens ersetze.

Das beste Beispiel für ein Verwunderung-hervorrufendes-Rezept sind die Vollkornbrötchen…dass ihr diese alle mit so grosser Begeisterung backt und mir eure und die Freude eurer Familien und Gäste darüber mitteilt, freut mich jeden Tag. Eine immer wiederkehrende, mit weit aufgerissenen Augen untermalte Aussage ist ‚Nicole, sie waren begeistert und es hat niemand gemerkt, dass die Brötchen Schafquark enthalten…nicht mal die Kinder!‘.

Wieso eigentlich Schaf- bzw. Ziegenmilch, statt Kuhmilch?

Schaf bzw. Ziege ist sehr viel gesünder, als Kuh. In den meisten Gebieten unserer Erde wird Schafsmilch der Kuhmilch deutlich vorgezogen, da Kuhmilch enorm schlechter verdaulich ist und viel mehr Allergene weckt. Kuhmilchunverträglichkeit oder Kuhmilcheiweißunverträglichkeit (KEU) ist mittlerweile die häufigste Lebensmittelallergie. Das Protein der Ziegenmilch oder auch Schafmilch ist anders aufgebaut und stellt wahrscheinlich deshalb eine geeignete Alternative für Kinder und Erwachsene dar, die an Kuhmilcheiweissunverträglichkeit leiden. Wie bereits erwähnt, schwächt Kuhmilch zu allem Überfluss auch noch den Stoffwechsel. Hinzu kommt, dass Ziegen- und Schafmilch meist weniger mit Zusätzen aus industriellem Tierfutter belastet sind, als Kuhmilch.

Fettgehalt von Milchprodukten

Der Schafquark, den ihr zum Beispiel für die Vollkornbrötchen benutzt, besitzt einen deutlich höheren Fettgehalt, als Magerquark. Diese Tatsache kommt euch gleich doppelt positiv zugute.

Magermilchprodukte enthalten wenig bis gar kein Milchfett, somit leider auch nicht die äusserst wichtige 2-fach ungesättigte Fettsäure ‚Linolsäure‘, die eurem Fettstoffwechsel ordentlich einheizt. Wer also auf Milchfett verzichtet, verzichtet auch automatisch auf den natürlichen Antreiber seines Fettstoffwechsels. Darüber hinaus sorgt der höhere Fettgehalt auch für eine verbesserte Sättigung, auch dies ist an den Vollkornbrötchen deutlich zu erfahren.

Den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von fettarmen Milchprodukten und einer Gewichtszunahme vor allem bei Kindern könnt ihr in zahlreichen Studien finden.

Den Teufelskreis, in den man gerät, wenn man versucht, Kalorien zu sparen und sich in diesem Zusammenhang, meist unbewusst, regelrecht unterversorgt, was wichtige Mineral- und Vitalstoffe betrifft, habe ich bereits in diesem Artikel erwähnt…ähnlich verhält es sich mit dem Fettgehalt von Milchprodukten. Vielen ist nicht bewusst, was sie mit fettarmen Milchprodukten zu sich nehmen, bzw. womit sie ihren Körper belasten. Dass sie dabei nicht satt werden, weil alles immer möglichst kaum bis am liebsten gar keine Kalorien besitzen soll, hat die Folge, dass man sich permanent das Essen oder überhaupt die Gedanken an Essen untersagen muss; es existiert ein dauerhaftes Hungergefühl, bis hin zur Hungerattacke.

Griechischer Joghurt…eine Alternative zu normalem Joghurt?

Was macht Griechischen Joghurt eigentlich aus? Er unterscheidet sich in der Herstellung zum normalen Joghurt. Der Griechische Joghurt wird 3x durch ein Mulltuch gesiebt, der normale Joghurt nur 2x. Damit wird mehr Molke abgeseiht, was für den deutlich cremigeren Zustand des Griechischen Joghurts verantwortlich ist.

Griechischer Joghurt enthält erheblich mehr Eiweiss und viel weniger Kohlenhydrate, was ihn bei Sportlern äusserst beliebt macht. Dabei kommt Griechischer Joghurt allerdings auf fast 10% Fett, bringt darin jedoch die notwendigen Fettsäuren mit sich. Der hohe Fettanteil macht Griechischen Joghurt unter anderem zu einem erstklassigen Ersatz für Sahne in Saucen, die Ihr zubereiten wollt. Der Vorteil ist, dass Griechischer Joghurt beim Erhitzen nicht ausflockt.

Der normale Joghurt  gibt vor, 3x so viel Calcium mitzubringen, wie Griechischer Joghurt. Damit begründen viele Joghurt-Fans ihren Joghurt-Konsum, sind sich häufig jedoch nicht bewusst darüber, dass der Calcium-Anteil zu 50-70% von unserer Magensäure gebunden wird und somit unserem Darm gar nicht mehr zur Aufnahme und Verwertung für Knochen und Zähne zur Verfügung steht. Viel schwerwiegender, als dass der normale Joghurt auch mehr Zucker enthält, ist die Tatsache, dass der Körper Knochen und Zähnen das vorhandene Calcium entzieht, um die z.T. durch Milcheiweiss hervorgerufene Übersäuerung des Körpers zu kompensieren.

Um für einen gesunden Calciumgehalt zu sorgen, sind folgende Lebensmittel deutlich geeigneter: Tofuprodukte, Sesam/Sesammus Tahin, Petersilie, grüne Blattgemüsegarten, Nüsse, Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Broccoli, Grünkohl, Wirsing, Lauch, Bohnen, Linsen, frischer Karottensaft und Trockenfrüchte.

Wie Ihr seht, es lohnt sich durchaus, den normalen Joghurt zu ersetzen.

Bei allem Interesse an Alternativen für Sahne, Milch und Joghurt beim Kochen und Backen habe ich auch ein bisschen näher auf die Verarbeitung von Milchprodukten geschaut, denn es muss noch mehr verantwortlich dafür sein, dass es etlichen Teilnehmern der Kur so viel besser geht, nachdem sie eine gewisse Zeit gänzlich auf Milch und Milchprodukte verzichtet haben. Die Beseitigung von hartnäckigen Hautproblemen, Rückenschmerzen (vor allem im Lendenwirbelbereich) und Nackenverspannungen sind neben der Darmregeneration die auffälligsten Veränderungen.

Pasteurisierung, Ultrahocherhitzung, Homogenisierung…was passiert eigentlich bei all diesen Verarbeitungsprozessen?

Pasteurisierung

Neben der positiven Eigenschaft, dass bei diesem Prozess die Milch auf 75°C erhitzt und damit Bakterien abgetötet werden, zerstört man leider auch ein wichtiges Verdauungsenzym (Laktase), welches in der Milch vorhanden ist und dafür sorgt, dass Lactose gespalten wird. Ein Mangel an Lactase sorgt dafür, dass Milchzucker ungespalten aufgenommen wird und führt bei einer Vielzahl von Menschen, den Lactose-intolleranten Menschen zu erheblichen Verdauungsproblemen.

Ultrahocherhitzung

Einige Milchprodukte sind ungeöffnet bis zu 6 Wochen und länger haltbar; diese wurden bei 150°C ultrahocherhitzt. Diese Erhitzung überstehen weder Mikroorganismen, noch Keime…aber auch Vitamine und Fette vertragen diese Erhitzung nicht. Sie existieren lediglich als Müll Abfallprodukt in dem jeweiligen H-Produkt (z.b. H-Milch, H-Sahne, etc) und machen uns in ihrem denaturierten Zustand förmlich krank, weil wir sie nicht mehr verwerten können.

Homogenisierung

Durch diesen Prozess wird verhindert, dass Milch aufnahmt und dadurch ’scheinbar‘ besser verdaulich ist.

Mit enorm hohem Druck wird die Milch durch winzige Drüsen auf Metalletallplatten gespritzt, wobei die relativ grossen Fettmoleküle der Milch zerreissen und so klein werden, dass sie sich nicht mehr an der Oberfläche ansammeln können, die Milch also nicht mehr aufrahmen kann.

Diese winzigen Fettmoleküle werden jedoch nun auch nicht mehr ordnungsgemäss verstoffwechselt und gelangen direkt in den Darm. Sie sind zum Teil so klein, dass sie die Darmwand passieren und ungehindert ins Blut gelangen. In unseren Blutbahnen werden Fette dieser Grösse aber nicht geduldet und so produziert unser Immunsystem Antikörper zum Schutz, was wir als allergische Reaktion wahrnehmen.

Mit diesen winzigen Fettmolekülen dringt das Enzym Xanthioxidase in unsere Blutbahn und sorgt für Schädigungen an den Gefässwänden, den Orten, an denen Cholesterin sich  folglich ablagert und massgeblich an Herz-Kreislauferkrankungen beteiligt ist.

 

Nun die grosse Frage: mache ich um alles, was Milch enthält einen grossen Bogen und leidet meine Lebensqualität darunter? Ein ganz klares Nein, im Gegenteil. Wie mit vielen anderen Lebensmitteln gehe ich bewusster damit um und merke, wie oben erwähnt, dass sie mir in geringem Maße keine Probleme bereiten. Die erheblich negativen Aspekte wie Unwohlsein, Muskelverspannungen, Migräne, und ein paar mehr bin jedoch los und meine Lebensqualität damit irre gesteigert.

Vielen Dank für Euer treues Interesse an meinen Erfahrungen und Eurem Vertrauen, das Ihr mir entgegenbringt, um eigene Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, mir macht es grosse Freude, Euch zu unterstützen.

Herzliche Grüsse,

Eure Nicole

 

Ein Gedankenanstoss anlässlich der grossen Thematik ‚Hormone in Lebensmitteln‘:

Milchkühe werden ca. 300 Tage im Jahr gemolken; die meiste Zeit davon sind sie schwanger. Die Milch einer trächtigen Kuh beinhaltet gegenüber einer nichtträchtigen Kuh ein Drittel mehr Östrogen und eine noch höhere Menge an Progesteron (Gelbkörperhormon). Woher wissen wir nur, ob die Kuh unserer Milch trächtig war oder nicht?

 

 

 

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